Bei der Umstellung von normalem
Dieselkraftstoff auf Biodiesel sind einige Hinweise
zu beachten. Es sollte die jeweilige Fachwerkstätte
des Fahrzeugherstellers kontaktiert und Informationen
über etwaige Umrüstmaßnahmen eingeholt
werden. Die Betriebshinweise (z.B. Öl- und Filterwechsel)
sind auf alle Fälle zu beachten.
Problemlose
Vermischung: Biodiesel und mineralischer
Dieselkraftstoff können problemlos gemischt werden.
Eine Umstellung von Dieselkraftstoff auf Biodiesel und
umgekehrt ist daher jederzeit möglich.
Der
Kraftstofffilter: Wird von mineralischem
Diesel auf Biodiesel umgestellt, so können alte
Ablagerungen des Dieselkraftstoffes gelöst werden,
die sich im Tank oder in Leitungen gebildet haben. Der
Kraftstofffilter kann sich verlegen und sollte daher
nach einigen Tankfüllungen gewechselt werden.
Gummiteile
und Dichtungsmaterialien: Manche Gummi-
oder Kunststoffmaterialien sind nicht oder nicht ausreichend
beständig gegenüber Biodiesel. Nach längerem
Kontakt mit Kraftstoff beginnen diese dann aufzuquellen.
Es wird daher empfohlen, das Kraftstoffsystem regelmäßig
zu kontrollieren und nicht beständige Materialien
ggf. zu tauschen. Als beständige Materialien gelten
Fluorkautschuk (FPM) oder nitrilhaltige Elastomere.
Lack:
Manche Lackarten (z.B. Kunstharzlacke) sind bei Einwirkung
von Biodiesel nicht beständig. Gelangt z.B. beim
Betanken Biodiesel auf solche Lackschicht, so kommt
es nach einiger Zeit zu einer Aufweichung oder Ablösung.
Betroffene Lackstellen sollten daher sofort abgewischt
werden. Viele Hersteller verwenden bereits hochwertige
und beständige 2-Komponenten-Lacke.
Motoröl:
In Einzelfällen kann es zu einer Verdünnung
des Motoröls mit unverbranntem Kraftstoff kommen.
Und zwar insbesondere dann, wenn das Fahrzeug über
einen längeren Zeitraum bei schwacher Belastung
betrieben wird. In diesem Fall sollte ein Motorölwechsel
vorgezogen werden. Bei manchen Motortypen tritt die
Ölverdünnung stärker, bei den meisten
aber wenig oder gar nicht in Erscheinung. Ein Anstieg
des Motorölspiegels ist ein deutliches Zeichen
für eine erhöhte Motorölverdünnung.
Der Ölspiegel sollte daher regelmäßig
kontrolliert werden. Auf alle Fälle ist eine geeignete
Ölqualität (vom Hersteller vorgeschrieben)
zu verwenden.
Wintertauglichkeit:
Reiner Biodiesel ohne Zusätze besitzt einen Stockpunkt
von -10 bis -12 °C. Unter der Voraussetzung eines
guten Zustandes von Fahrzeug und Batterie sollte es
bis zu dieser Temperatur keine Startschwierigkeiten
geben. Bei tieferen Temperaturen beginnen sich - wie
auch beim normalen Dieselkraftstoff - feste Bestandteile
abzusetzen, die dann den Kraftstofffilter verlegen können.
Für tiefere Temperaturen wird wintertauglicher
Biodiesel angeboten, so dass im Normalfall Biodiesel
das ganze Jahr über eingesetzt werden kann.
Die
Lagerung: Bei der Lagerung von Biodiesel
ist mit der gleichen Sorgfalt vorzugehen, wie bei der
Lagerung von mineralischem Dieselkraftstoff. Es sollten
keine innen lackierten Lagertanks verwendet werden,
da der Lack aufgelöst werden könnte. Da Biodiesel
eine hygroskopische (=wasseranziehende) Flüssigkeit
ist, ist besonders darauf zu achten, Wasserzutritt zum
Kraftstoff zu verhindern. Der Lagertank ist vor einer
direkten Sonnenbestrahlung zu schützen. Der Flammpunkt
von Biodiesel mit über 100 °C vereinfacht Transport
und Lagerung.
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